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"Avengers - Age of Ultron"

Und es hat Boom gemacht ...

Alter Verwalter, was für ein Brett. Um eines gleich vorweg zu nehmen: wenn jemand - wie bei mir - aus dem Kino geht und meint, er hätte den ersten Teil besser gefunden, dann hat er entweder keine Ahnung vom Storytelling, von Charakterentwicklung, von Marvel - oder allem zusammen.




Der Film steigt gleich mit heftiger Action und dem Ursprung aller kommenden Konflikte ein. Die Avengers greifen eine Festung an - mit deutschen Soldaten und Wissenschaftlern. Irgendwie auf modernes 1935 getrimmt. Egal. So werden wir nunmal in der Comics- und Gameswelt gesehen. Ich fand's witzig. 


Grund für die Attacke ist Lokis Stab, mit dem dort wilde Experimente gemacht werden. Uncool. Daher Attacke. Doch genau damit macht man sich auch zwei übermenschliche Zwillinge zum Feind. Und die bekommen mächtige Unterstützung durch Ultron.

Ultron ist eine künstliche und bösartige Intelligenz. Missglückterweise erschaffen durch Tony Stark. Und diesen flotten Dreier gilt es nun zu stoppen.

Der Film schafft es, die Ruhephasen nach den Action-Sequenzen sinnvoll für Charakterentwicklung zu nutzen. Oder zeigt, wie diese Superhelden abseits des Schlachtfeldes leben. Welche menschlichen Sorgen sie doch plagen. Ohne dabei übertrieben kitschig zu werden. 

Der Film überzeugt in alle Richtung und zeigt nur sehr wenige Schwächen. Ohne zu überfordern wurden neue Gesichter eingeführt und ein guter Film für Kino-Fans als auch für Marvel-Nerds. Klar, für beide Seiten gibt es Kompromisse. Daher auch eine wohlverdiente 8/10. Und ja, auch hier lohnt sich das Sitzenbleiben im Kino, wenn man wissen möchte, in welche Richtung die Serie weiter geht. Ein kurzer Teaser kommt nach etwa zwei Minuten im Namensabspann (oder ihr klickt auf eigene Gefahr auf das rote Banner weiter unten). Es bleibt jedoch bei der einen Post-Credit-Scene.



Wie habt ihr den Streifen gefunden? Lasst es mich wissen. Bevorzugt über Twitter.

Avengers - Age of Ultron

Hulks Freitod und Thanos' Rückkehr

Aber der Reihe nach: ich komme gerade aus dem leck-mich-am-Arsch-geilen Streifen "Avengers - Age of Ultron", der nahtlos quasi an Captain America 2 anknüpft. Weil Post Credit Scene. Zwillinge, Wissenschaftler, Bla Bla.

Der Film beginnt mit einem epischen Auftritt von Iron Man & Co. mitten im Wald, auf dem Weg, Lokis Stab von den bösen deutschen Forschern zu holen. Die haben noch die beiden Zwillinge mit in ihrer Festung, den flotten Flitzefuß Pietro (a.k.a. "Quicksilver" und auch bekannt in einem anderen Film als "Kick-Ass") und die gedankenwelt-steuernde Schwester Wanda Maximoff (zum Ende des Film dann auch Dank Kostüm zur "Scarlet Witch" geworden. Gespielt von Elisabeth Olsen. Die allein war den Eintritt schon wert.)

Die krassen Twins versuchen den Deutschen zu helfen, schaffen es aber nur bedingt. Lokis Stab landet bei den Avengers. Im Hauptquartier angekommen denkt sich Tony Stark: krasse Energiequelle in dem Stab von Thors Halbbruder, lass' ma' daraus künstliche Intelligenz machen. Gute Idee - doch Ultron entwickelt sich zum globalen Zerstörer. Als erstes vernichtet er gleich mal Tonys kluge Software Jarvis (steht übrigens für "just a rather very intelligent system"). Zumindest glaubt man das den ganzen Film über, Jarvis stellt sich aus Selbstschutz nur tot, damit das komplexere System Ultron ihn nicht umpolen kann.




Auf jeden Fall gibt es dank der neuen Gegner (Ultron holt sich erst mal die Zwillinge ins Boot) epische Schlachten - charakterentwickelnde Ruhephasen - weitere fette Fights und alles gipfelt im großen Showdown. Ach ja, die Zwillinge wollen Stark fertig machen, weil Eltern dank Stark-Waffen (er hat ja ein großes Waffenunternehmen geerbt) getötet wurfen, als sie zehn waren. Pietro nutzt dafür seine Geschwindigkeit, Schwesterlein hingegen manipuliert die Gedankenwelt der Helden - darum muss auch Iron Man gegen Hulk antreten. Im schicken Hulk-Buster Upgrade. Ein Roboter im Roboter. Wie geil, Mann.

Aber irgendwann sehen sie dann ein, dass sie die falsche Seite gewählt haben und helfen/werden zu den Avengers. Pietro - also Quicksilver - opfert sogar sein Leben für Hawkeye und einen Zivilistenjungen. Aber er hatte eh wenig Spielzeit - schwacher Abschiedsschmerz.

Ultron möchte sich einen neuen Körper bauen, doch die Titelhelden holen sich den Body und pflanzen Javis + Lokis Energiekristall ein. Daraus entsteht der künstliche Powerheld Vision, der so heftig perfekt ist, dass er sogar Thors Hammer heben kann. Sogar noch mit dem Halbgott über die perfekte Balance von Mjölnir fachsimpelt. Nebenbei verliebt sich Bruce "Hulk" Banner in Scarlett Johannsons Charakter Black Widow a.k.a. Natasha Romanoff. Sie steht auch auf ihn, erzählt, dass sie sterilisiert wurde bei der Ausbildung (damit Bruce keine Angst hat vor einer Beziehung mit ihr, weil auch er sich nicht fortpflanzen kann) und kaum haben sie sich geküsst und der Showdown ist zu Ende, wählt Hulk den quasi-Freitod um sie vor sich zu schützen. Also, er sitzt in nem Jet ohne Wiederkehr, der vom Radar verschwindet. Ich traue mich wetten, der kommt wieder.

Klar, sie besiegen am Ende Ultron (genauer gesagt Vision/Jarvis macht das von Android zu Android) und alle sind soweit happy. 

Dann kommt der Abspann. Nach den ganzen Namen (dauert knapp 2 Minuten) taucht Thanos auf. Der Typ, der im ersten Teil und bei den Gardians of the Galaxy schon seinen Auftritt hatte. Er müsse sich eben selber darum kümmern, meint der blaue, grimmige Titan. Und da merkt man ja schon, von wem die Avengers im 3. Teil Unterstützung bekommen könnten (wer's nicht schnallt: ein Waschbär und ein sprechender Baum spielen da mit).



Der Film ist mega. Ich war mit einem Kumpel im Kino, der gerade einmal Iron Man kannte - und obwohl er 75% der Anspielungen nicht kapierte, hat ihm der Film gut gefallen. Eine solide 8/10, wie bei flimmerabend.blogspot.de auch schon angegeben.

Ja, das wars auch schon im Gröbsten. Ich muss ja jetzt auch nicht jede einzelne Szene umfangreich erklären, es soll ja auch kurz und knackig bleiben.

Bis zum nächsten Spoiler.

Die unteren Zehntausend (1961)

Eine Tasche voller Wunder ...

... so wäre der Originaltitel übersetzt. "Pocketful of miracles" nannte sich der Filmklassiker zu Beginn der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Für Filmliebhaber, deren Herz in dieser Zeit sein Stückchen verloren hat, gehört dieser Film ohnehin ins DVD-Regal (ja, es gibt ihn auf Silberscheibe zu erhaschen). Auch die inzwischen verstorbenen Mitwirkenden, haben sich in das Gedächtnis und die Herzen der nachfolgenden Cineasten gebrannt. 

Bette Davis (als "Apfel-Annie"), Glenn Ford ("Dave, the Lord"), Inspektor Columbo himself Peter Falk ("Sunnyboy") - dabei kann ja nur ein guter Film heraus kommen. Natürlich hat diese Art der filmischen Geschichtenerzählung nichts mehr mit den modernen Fassungen zu tun - darum ist es auch cool. Denn mal unter uns: auch heutzutage ist nicht alles Gold, was glänzt. Was aber genau wollen uns die "Unteren Zehntausend" erzählen?



Wie der Name schon verrät, geht es nicht um die High Society, also die oberen Zehntausend, sondern vielmehr um Bettler, Gauner und Ganoven und Unterschichtler. Eine, die in diesen Kreisen zwangläufig verkehrt ist "Apfel Annie". Sie bettelt sich durch Manhattan und versucht ihre Äpfel gegen Geld einzutauschen. Leckere Äpfel, die Glück bringen - das glaubt zumindest Dave "the Lord", der in der Ganoven-Hierarchie ganz oben steht und täglich bei Annie seine frische Portion Aberglaube erwirbt. An apple a day keeps the police away.

Annie hat eine Tochter. Louise (Ann-Margret). Sie lebt in Europa und hat keine Ahnung, in welch ärmlichen Verhältnissen ihre Mutter lebt. Zwar halten sie engen Briefkontakt, doch Annie hat als Adresse (dank eines befreundeten Portiers) und auch als Briefpapier das teure und vornehme Marbery-Hotel angegeben. Also meint das Töchterchen: Mama ist eine edle Dame. Und weiß daher nichts von der Broadway-Bettlerei - was erstmal kein großes Drama wäre. Würde die Tochter nicht ihre Verlobung per Brief bekannt geben. Und dass sie ihrer Mutter - also Annie - den reichen potenziellen Schwiegersohn vorstellen möchte. Louise kündigt ihren Besuch an - und das Lügenkonstrukt scheint wie ein Kartenhaus in sich zusammen zu fallen. Wäre da nicht der clevere "Lord" Dave, der nun versucht, aus der Scheinwelt eine vorrübergehende Realwelt zu gestalten - mit allen Tücken und Hindernissen.

Eine meiner Meinung nach charmant gealterte Komödie, die über zwei Stunden lang gute Unterhaltung garantiert und durch sein Alter auch unglaublich sympathisch wirkt. Der Streifen ist eine Neuauflage des Filmes "Lady for a day" (1933) und wurde auch von Jackie Chan 1989 als Vorlage für den Spielfilm "Miracles" verwendet. Die schönste Version ist und bleibt meiner Meinung nach jedoch "Die Unteren 10.000". Daher auch eine charmante 8/10-Wertung.



Auszeichnungen:

Oscarnominierung: Bester Nebendarsteller (Peter Falk)
Oscarnominierung: Bestes Kostüm (Edith Head, Walter Plunkett)
Oscarnominierung: Bester Song (Pocketful of Miracles)
Golden Globe: Bester Hauptdarsteller (Glenn Ford)
Golden Globe: Beste Nachwuchsdarstellerin (Ann-Margret)


Im Stream ist dieser Film derzeit nicht verfügbar. Unter werstream.es kann man sich aber gerne einloggen und immer wieder mal reinschauen. Für kleines Geld gibt es diesen netten Klassiker der Filmgeschichte auch  ---> hier <---




The Interview


... und es bleibt die Frage: warum!?

Verschärfte Weltpremiere!!! Mein erster Blog-Eintrag vom iPhone aus ... während des Autofahrens. Ja, jetzt bleib mal schön mit dem Blutdruck entspannt, ich bin ja nicht der Fahrzeugführer ...

Apropos "Führer" (Godfather of Überleitung!), ich habe mir "The Interview" angesehen. Worum es geht dürfte dank der PR jeder mitbekommen haben. Angeblich wollte ja die nordkoreanische Regierung Anschläge auf Kinos durchführen, die diesen Streifen zeigen. Passiert ist - Überraschung - null. Vermutlich, weil sie uns damit einen Gefallen getan hätten ...






Gleiches gilt auch für die geschürten Erwartungen, was den Film betrifft. Er ist zwar voller Gags - nur zünden die einfach nicht. Was bei einer Komödie relativ ungünstig ist. Selbst wenn der Film versucht (!) eine Satire zu sein, greifen die Gags nicht. Es ist sogar so, dass ich echt bei keiner einzigen Scherzrakete lachen musste.

Der Film ist völlig unnötig und überflüssig - und ich habe mir auch die letzten zehn Minuten gespart und bin eher aus dem Film raus. Denn es gab kein Szenario, dass die bis dahin verschwendete Lebenszeit wieder ausgeglichen hätte.


NACHTRAG: Nachdem ich irrtümlich ... nun ja ... irgendwas gedrückt hatte, wurde dieser Film um etwas 5 Wochen nach hinten gelagert. Ende Februar, Anfang März rum wurde diese Beitrag eigentlich gepostet. Was aber nichts am Film ändert ...



The Roast of ... Justin Bieber


Es tanzt ein Biber-Butzemann ...


Roastmaster:

Kevin Hart (Scary Movie 4, Die Trauzeugen AG)

Redner:


Shaquille O'Neal (ehem. Basketballer), Martha Stewart (Moderatorin), Jeff Ross (National Security, Unzertrennlich), Snoop Dogg (Musiker), Hannibal Buress (Comedian), Chris D'Elia (Comedian), Natasha Leggero (Bad Neighbors, Let's be cops), Ludacris (Musiker), Pete Davidson (Schauspieler, den echt keine Sau kennt ...)

Gastredner:

Ron Burgundy - Will Ferrells Charakter aus dem Film "Anchorman"



Das nette Bildchen zeigt eine Szene aus dem Trailer, mit dem der Sender Comedy Central fleißig geworben hat. Und - oh Mann - was habe ich mich auf den wahrhaft richtigen "Roast" gefreut. Darunter versteht man übrigens das öffentliche bloßstellen einer (berühmten) Person.

Doch ich war enttäuscht. Okay, als Justin Bieber als Engel von der Decke schwebte und das Seil unterwegs riss, war ich schon gut gelaunt. Er war schon zu tief um zu sterben, aber die Beine hätte es doch erwischen sollen. Na ja - es gehörte zur Show. Wie alles andere auch (die Gags werden schließlich von Autoren verfasst und dem "zu Roastenden" vorgelegt, damit er entscheiden kann, wann etwas zu weit geht). Mit diesem Wissen wirken die Lacher der Sprecher etwas peinlich. Vor allem das fast-vom-Sessel-fallen immer wieder. Aber immerhin, manche Texte waren auch echt nice vorgetragen. Mein größter Kritikpunkt allerdings: Die Redner haben sich untereinander erst einmal gegenseitig fertig gemacht, bevor sie dann am Ende auf das eigentliche Ziel, den singenden Milchbubi, gezielt haben, um ihn aber nach den 6-7 Punshlines sofort ihre Liebe und ihren Respekt zu versichern, bevor sie auf den Sitzplatz zurück gingen. Roasten sieht da doch anders aus. Haben die Böhmermann noch nie bei ZDF.Neo gesehen?

Doch ich muss zugeben, manche Sprüche haben echt gesessen. Zu sagen, dass Biebers Videos so grausam sind, dass er sich als Möchtegern-Nigger (ja, das Wort kam seeeeeehr oft vor) doch gleich besser "Vanilla ISIS" nennen sollte ... - ja, hat was. Und auch bei der Feststellung, dass seine Ex-Liebschaft, Selina Gomez, der lebende Beweis dafür ist, dass die Mexikaner immer noch die Drecksarbeit für die Amerikaner machen müssen, schoss mir meine Pepsi durch die Nasenlöcher.

Bieber saß da, lachte (ab und zu) artig, klatsche artig, verzog selten eine Miene, erinnerte gelegentlich an eine Schaufensterpuppe, die einfach nur ein paar Motoren für menschliche Bewegungen eingebaut hat. Er kannte ja die Gags. Am Ende durfte auch er ans Mikro. Und brachte einen Witz, der tatsächlich zum Nachdenken anregte. "Was passiert, wenn man einem Zwölfjährigen 200 Millionen Dollar gibt? Er muss sich zwei Stunden lang von Versagern als Kampflesbe bezeichnen lassen." Und ja ... was soll aus einem Kind werden, dass in eine Welt gekickt wird, in dem nicht einmal Erwachsene bei Verstand bleiben? Kann man ihm irgendeinen Vorwurf machen, dass er betrunken oder bekifft Auto fährt? Wer will da in LA den ersten Stein werfen dürfen? Kein. Einziger. Trotzdem hätte ich kein Problem damit, wenn er im Club der 27er landen würde. Das wäre in sechs Jahren. Denn ich kann ja auch nichts dafür, dass er so einen Lebenslauf hat. Also.

Einstudiert - aber doch fast glaubwürdig - gesteht er, dass man nicht auf alles stolz sein kann, was er so abseits der Bühne abgezogen hat. Doch er gelobt Besserung. Der Moment, in dem ich geglaubt habe, er hört mit seiner Musik auf. Leider nein. 

Doch ich muss zugeben, ich habe mich unterhalten gefühlt. Und das bedeutet nunmal, dass es mindestens eine 5 auf der Liste gibt. Und da hier echt ein paar richtig derbe Knaller dabei waren, die Show selber aber ... na ja ... wesentlich mehr hätte hergeben können, gibt es eine 6/10.




Nachdem ComedyCentral diese Show gefühlt im Stundentakt wi(e)derholt, sollte es noch genug Chancen geben, diese Show zu sehen. Außerdem hat der Sender die komplette Sendung sowie Highlight-Clips auf seiner Homepage eingebettet. Also: alles gut.

Habt ihr die Sendung gesehen? Wie hat sie euch gefallen? Schreibt es mir in die Kommentarbox oder über die unten angezeigten Kontaktwege.



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