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Die unteren Zehntausend (1961)

Eine Tasche voller Wunder ...

... so wäre der Originaltitel übersetzt. "Pocketful of miracles" nannte sich der Filmklassiker zu Beginn der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Für Filmliebhaber, deren Herz in dieser Zeit sein Stückchen verloren hat, gehört dieser Film ohnehin ins DVD-Regal (ja, es gibt ihn auf Silberscheibe zu erhaschen). Auch die inzwischen verstorbenen Mitwirkenden, haben sich in das Gedächtnis und die Herzen der nachfolgenden Cineasten gebrannt. 

Bette Davis (als "Apfel-Annie"), Glenn Ford ("Dave, the Lord"), Inspektor Columbo himself Peter Falk ("Sunnyboy") - dabei kann ja nur ein guter Film heraus kommen. Natürlich hat diese Art der filmischen Geschichtenerzählung nichts mehr mit den modernen Fassungen zu tun - darum ist es auch cool. Denn mal unter uns: auch heutzutage ist nicht alles Gold, was glänzt. Was aber genau wollen uns die "Unteren Zehntausend" erzählen?



Wie der Name schon verrät, geht es nicht um die High Society, also die oberen Zehntausend, sondern vielmehr um Bettler, Gauner und Ganoven und Unterschichtler. Eine, die in diesen Kreisen zwangläufig verkehrt ist "Apfel Annie". Sie bettelt sich durch Manhattan und versucht ihre Äpfel gegen Geld einzutauschen. Leckere Äpfel, die Glück bringen - das glaubt zumindest Dave "the Lord", der in der Ganoven-Hierarchie ganz oben steht und täglich bei Annie seine frische Portion Aberglaube erwirbt. An apple a day keeps the police away.

Annie hat eine Tochter. Louise (Ann-Margret). Sie lebt in Europa und hat keine Ahnung, in welch ärmlichen Verhältnissen ihre Mutter lebt. Zwar halten sie engen Briefkontakt, doch Annie hat als Adresse (dank eines befreundeten Portiers) und auch als Briefpapier das teure und vornehme Marbery-Hotel angegeben. Also meint das Töchterchen: Mama ist eine edle Dame. Und weiß daher nichts von der Broadway-Bettlerei - was erstmal kein großes Drama wäre. Würde die Tochter nicht ihre Verlobung per Brief bekannt geben. Und dass sie ihrer Mutter - also Annie - den reichen potenziellen Schwiegersohn vorstellen möchte. Louise kündigt ihren Besuch an - und das Lügenkonstrukt scheint wie ein Kartenhaus in sich zusammen zu fallen. Wäre da nicht der clevere "Lord" Dave, der nun versucht, aus der Scheinwelt eine vorrübergehende Realwelt zu gestalten - mit allen Tücken und Hindernissen.

Eine meiner Meinung nach charmant gealterte Komödie, die über zwei Stunden lang gute Unterhaltung garantiert und durch sein Alter auch unglaublich sympathisch wirkt. Der Streifen ist eine Neuauflage des Filmes "Lady for a day" (1933) und wurde auch von Jackie Chan 1989 als Vorlage für den Spielfilm "Miracles" verwendet. Die schönste Version ist und bleibt meiner Meinung nach jedoch "Die Unteren 10.000". Daher auch eine charmante 8/10-Wertung.



Auszeichnungen:

Oscarnominierung: Bester Nebendarsteller (Peter Falk)
Oscarnominierung: Bestes Kostüm (Edith Head, Walter Plunkett)
Oscarnominierung: Bester Song (Pocketful of Miracles)
Golden Globe: Bester Hauptdarsteller (Glenn Ford)
Golden Globe: Beste Nachwuchsdarstellerin (Ann-Margret)


Im Stream ist dieser Film derzeit nicht verfügbar. Unter werstream.es kann man sich aber gerne einloggen und immer wieder mal reinschauen. Für kleines Geld gibt es diesen netten Klassiker der Filmgeschichte auch  ---> hier <---




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