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Reingehört: "Captain Fantastic" - Die Fantastischen Vier (Album)

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Als Fanta4-Fan seit dem Teenager-Alter, als ihr erster kommerzieller Erfolg ("Vier Gewinnt") auf dem Plattenteller wochenlang meiner Mutter tierisch auf den Sender ging, ist man immer wieder gespannt, was die vier Jungs wieder Neues fabriziert haben. Gleich vorweg: auch ich fand nicht immer alles geil, gehöre aber auch nicht zu den Nörglern, die alles von den Fantastischen Viern mies reden, weil es irgendwann mal Trend war.

Richtig gut gefallen hat mir zuletzt das Album "Viel", was ja schon fast 15 Jahre her ist, auch wenn ich "Fornika" und "Für dich immer noch Fanta Sie" durchaus okay fand. Seit heute ist nun also "Captain Fantastic" im Handel und auf Streaming-Plattformen. Bei ihrem Namen denkt schon lange keiner mehr an Marvel-Helden, aber irgendwie klingt das Ganze schon sehr nach Comic-Welle. Kann einem aber auch egal sein, ist ja ihr gutes Recht, hier eine popkulturelle Stimmung mit aufzugreifen. Zumal im Grunde lediglich im gleichnamigen ersten Track Anspielungen auf kultige Superhelden zu finden sind. 

Irgendwo zwischen Disney-Meisterwerken und Herr-der-Ringe-Referenzen kommen einem die meisten Songs so vor, als hätte man sie schon irgendwo gehört. Was aber nicht der Fall ist, lediglich einzelne Elemente lösen hier und da mal Assoziationen aus. "Das ist mein Ding" erinnert zwangsläufig an "Look at me now" von Chris Brown & Co.

Dem Titel "Hot" verleiht im Refrain Alpha-Stimme Flo Mega einen gewissen Touch "Königreich für ein Lama", was aber vermutlich nur ich so empfinde, während bei "Affen mit Waffen" ein größerer Abschnitt eines sehr bekannter "Dschungelbuch"-Songs direkt 1:1 zitiert wird.

Gott ist tot. Allah auch. Das klingt doch ganz gut.

Der Track "Zusammen" ist die klassische Singel-Auskoppelung, die weniger für die Fans als für Radio und sonstigen Marketing-Mist gemacht wurde: kann man anhören, tut keinem weh, passt in die Trends, würde keiner vermissen. Klingt hart, aber genau so ist es eben. Sicher hätte man da geileres machen können. 

Auffällig ist vor allem die Menge an kritischen Texten, die zu abwechslungsreichen Hip-Hop-Beats gesprochen werden. Vor allem "Endzeitstimmung" sticht da besonders hervor. Ich denke mal, mit so gut gelaunter Partymukke wurden Rassisten und Extremisten selten als Vollidioten umschrieben, wie hier. Wenn man im Vergleich dazu hört, was die Lieblingsbands der Gegenfraktionen da in ihre Mikros reihern, dann ist man doch sehr froh darüber, "linksversifft" seien zu dürfen.

Alles in allem in das Album gut geworden. Kein Gamechanger, aber für Fans ohnehin ein Muss und für Sympathisanten durchaus eine Option. Wer gerne mal wieder skandalfreie kreative Zeilen hören möchte, macht hier bestimmt nichts falsch. Wobei natürlich Sequenzen wie "Wo war denn unser Gott oder deren Allah? Ganz genau, alle tot, keiner da." durchaus bei ein paar Idioten wieder zu Opferrollen-Kommentaren führen könnte. Aber die gibt es ja immer.

Hier noch einmal die Tracks im Überblick. Reinhören lohnt sich.


  1. Captain Fantastic
  2. Tunnel
  3. Zusammen (ft. Clueso)
  4. Fantanamera
  5. Moduland.Y
  6. Hitisn
  7. Watchmen
  8. Alle (Skit)
  9. Endzeitstimmung
  10. Hot (ft. Flo Mega)
  11. Henson J. J. Barkley (Skit)
  12. Aller Anfang ist Yeah
  13. Das ist mein Ding
  14. Affen mit Waffen
  15. Hitisn (Reprise ft. Tom Gaebel)
  16. Weitermachen (ft. Damion)



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