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Warum hassen Veganer die Evolution?

Quelle: goo.gl/Zvt84C

Wir Menschen sind schon ein komisches Volk. Auf Facebook teilen wir süße Teddybären-Bildchen mit ganz klugen Sprüchen, die uns klar machen sollen: wir sind alles Menschen, jeder ist anders, jeder macht Fehler, seid lieb zu einander. So in etwa könnte man viele zusammenfassen. Uii, was sind wir doch für eine aufgeklärte Gattung.

Doch da gibt es dieses eine Thema, bei dem selbst der friedliebendste Pazifist ganz schnell das "Pazi" wegstreicht und mit geballter Faust in die Tasten hämmert: vegane Ernährung. Plötzlich ist das "lieb zu einander" vergessen. Warum auch selbst die eigenen Postings ernst nehmen? das ist so klug, wie Alexa zu fragen, wie man sich gegen digitale Überwachung schützen kann. Na ja. Vegan also.

Irgendwann hat - so vermute ich - eine Gruppe von Freizeit-Hipstern die Nase voll davon gehabt, südkoreanische Nachkriegsfilme mit französischem Untertitel auf Internetseiten mit 5/5 Sternen zu feiern und sich stattdessen eine Dokumentation über die völlig zu Recht kritisierte Haltung unserer Futtertiere angesehen. Zack: plötzlich wollte niemand mehr Tiere essen.

Jetzt ist es jedoch saublöd, dass wir Menschen uns nun einmal von anderen Lebewesen ernähren müssen, weil das mit der Photosynthese irgendwie nicht so ganz klappt. Zumindest nicht lange. Was wäre also Plan B? Richtig, man nimmt die Lebewesen her, die beim Kochen nicht so schreien: Fische. Nee, anders. Moment ... Pflanzen! Die waren es, genau. Und mit dieser Erleuchtung zogen sie nun in die Welt hinaus und die Jünger folgten ihnen, als würden sie über Chemtrails neue Theorien versprühen. Wir wissen ja, dass alle Medien lügen. Nur nicht die im Ausland. Oder anonyme Blogs, die von 8-Sterne-Generälen geheime Infos bekommen. Und auch beim Essen wurden wir all die Jahrhunderte gehirngewaschen. Ganz bestimmt. Nicht mal mehr Hühnchen wird ab sofort noch gegessen - weil da schließlich Ei drin ist.

Veganer-Witze: 
kreativ wie ein IKEA-Regal

Ähnlich, wie die Flat-Earth-Theorie haben nun auch Ernährungs-Nazis ihre Anhänger rund um den Erdball gefunden (- wenn man den Satz nochmal liest, könnte er witzig werden). Man feiert, was anders ist. Mainstream ... pfff. Im Falle der Veganer jedoch, ist durchaus etwas Sinnvolles als Hintergrund zu erkennen. Denn in erster Linie wirkt es wie ein gewaltiger Protest gegen das Leid, das Tiere aushalten müssen, die geboren wurden um zu sterben. Viel zu wenig Platz zum "Leben", Zwangsernährung, Roboter-Behandlungen, teils grausames Verhalten der schrecklichsten Bestie des Planeten: das, des Menschen.

Und dieser Protest ist gut, wichtig und sogar notwendig. Und er sollte nicht mit den ständig gleichen dummen Mario-Barth-Kommentaren der Sorte "Vegetarier (Veganer) essen meinem Essen das Essen weg" abgefrühstückt werden. Denn den meisten würde es mal nicht schaden, einen Gartensalat statt des Triple-Bacon-Burgers zu bestellen. Vor allem in Sachen Gesundheit. Niemand sollte voreilig zu Würmer-Futter werden müssen, nur weil er vor lauter Selbstdarstellung sein Herz einfettet. Der Umgang mit Tieren muss sich definitiv deutlich verbessern. Kein Schwein, das für 99 Cent/100g in der Kühltheke liegt, hatte ein gutes Leben. Und Tiere lieben, leiden, vertrauen und hoffen wie wir Menschen auch. Alles was sie wollen ist leben. Und wenn schon nicht lange, dann eben um so würdiger. Nichts anderes sollte unsere Verantwortung sein. Denn wir haben den Verstand dazu. Doch was nützt unsere beste Waffe, wenn wir sie nicht benutzen?

Und jetzt kommt die echt beschissene Nachricht für die Pflanzenfresser, die zur Sicherheit mal die Erkenntnis "Pflanzen haben auch Gefühle" zum Selbsterhalt aus ihrem Bewusstsein verdammt haben. bereit für die bittere Wahrheit? Okay: Menschen sind Raubtiere. Ja, da bleiben euch zu recht die dank Tierversuchen inzwischen vegan zubereitbaren Nahrungsergänzungsmittel im Hals stecken. Kleiner Tipp am Rande: schaut doch einfach mal in den Spiegel, was die Backenzähne von den Schneidezähnen trennt. Grashalm-Lutscher brauchen keine Reißzähne. Wir Menschen, auch, wenn wir sie Eckzähne nennen, haben jedoch welche. Warum wohl? Um eine Aubergine in freier Wildbahn zu erlegen? 


Das Bewusstsein muss 
unserer Nahrung gelten


Ich hatte ja mal eine Diskussion auf Facebook (ja, ich war mal wieder so blöd, mich hinreißen zu lassen) mit einer dieser militanten Tulpen-Esserinnen. Was ich doch für ein Höhlenmensch wäre (zeitgeschichtlich gesehen sind wir das im Grunde ja alle) und wie primitiv ich doch bin (zur Erinnerung: es ging lediglich ums Essen) und dass wir Menschen gar keine Beutetiere seien, weil wir unbewaffnet gegen einen Löwen keine Chance hätten.

Was diese evolutionäre Vollbremsung jedoch nicht einsehen wollte: Raubtiere sind zugleich ohnehin auch Beutetiere. Also ich kenne kein einziges Beispiel an Räubern, die nicht auch Feinde hätten. Spätestens beim Menschen, der durch seine Fähigkeiten, Waffen zu bauen, fallen aufzustellen, taktisch zu jagen, usw. zum gefährlichsten Geschöpf wurde, wäre für alle Tiere hier Sense. Aber wenn eben jener Mensch im Ozean einem hungrigen Bullenhai begegnet, ja stimmt, dann wird der Homo sapiens in diesem Deathmatch wohl doch nur zweiter Sieger. Andere Tiere tarnen und täuschen. Wir bauen Waffen. Jeder wie er kann.

Müssen wir jetzt künftig mit Atemfiltern im Gesicht rumlaufen, um nicht mehr bei jedem Atemzug tausende Mikroorganismen einzuschnaufen, die dann in unseren Lugen verrecken? Sind Seife und Duschgel nun tabu, weil wir damit Millionen Bakterien ihre Daseinsberechtigung nehmen? Oder kann uns das egal sein, weil diese ja nicht hörbar um ihr Leben kämpfen? Eben wie die Pflanzen auch, die wachsen, die Sauerstoff und Luft benötigen, die Wasser trinken und die wir Menschen ihrer geerdeten Wurzeln entreißen um sie in kochende Brühe zu stopfen? Wir wissen nicht, was und wann Pflanzen in welcher Intensität fühlen. Aber wir wissen, dass sie auf Veränderungen in der Umwelt reagieren. Langsam wirds also eng für die Veganer. Steine wären ja eine Option, wenn man schon konsequent und auf der sicheren Seite bleiben möchte.

Was wir brauchen, sind keine Hardcore-Ernährungsberater. Was wir brauchen ist ein fairer und sauberer Umgang mit unseren Futtertieren. Wir müssen nicht mit aller Gewalt versuchen, die Natur ins Hirn zu ficken, nur weil es gerade modern ist, unmodern zu sein. Wir brauchen keine Burger für einen Euro, wir brauchen Qualität. Und Qualität bekommt man nicht, wenn man jeden Tag dreimal Tiere essen muss. Stellt euch vor, wir würden nur jedes zwei von (wie bisher gewohnt) drei tierische Mahlzeiten zu uns nehmen. Welch ein heftiger Effekt das auf den kompletten Planeten hätte. Stellt euch vor, wir würden öfter zu Obst und Gemüse greifen. Welch heftigen Effekt dies auf den Körper hätte. Und wir brauchen auch keine vegane Ernährung. Man kann, wenn man unbedingt meint es tun zu müssen. Aber man muss eben nicht.

Was wir jedoch auf gar keinen Fall brauchen, ist täglicher Social-Media-Beef über Ernährung. Die endet immer nur in Beleidigungen und Klugscheißereien, in falschen fakten und dummen Kommentaren. Wow. Viva la evolution.

Es ist völlig - aber echt sowas von völlig - scheißegal, ob jemand Fleisch ist oder nicht. das kann jedem anderen völlig Wurst sein. Ver(sch)wendet eure Energie nicht ständig auf überflüssige Debatten auf einer Website. Es schadet keinem, die Paella ohne Billig-Scampis zu essen. Aber wendet euch auch nicht gleich von eurer Natur ab. Menschen dürfen Fleisch essen. Auch wir Menschen haben als Gattung dieser Erde Rechte, die wir uns durch Millionen Todesopfer in der Geschichte erarbeitet und durch Selektion verdient haben.


Und wir haben eine Verantwortung. Und wir sollten endlich anfangen, dieser gerecht zu werden. Dein Kassenbon ist nichts weiter als ein Stimmzettel.
Jedes. Verdammte. Mal.



Quelle: goo.gl/A2ehyA



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